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21.05.2026
11:16 Uhr
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CSU-Vize Angelika Niebler wirbt auf ihrer Homepage mit ihrer Heimat. Blöd nur, dass zwar Oberbayern beschrieben wird, aber Südtirol zu sehen ist.

Die Heimat muss auch in Brüssel und in Straßburg vertreten werden. Die jeweilige Heimat natürlich, denn vielen Menschen in Europa ist die Europäische Union als Heimat ein bisschen zu groß. Das gilt auch für Abgeordnete des Europaparlaments, wie Angelika Niebler schon seit 1999 eine ist.
Wie heimatverbunden Niebler trotz all der Jahre geblieben ist, zeigt sich etwa daran, dass sie seit 30 Jahren im Kreistag von Ebersberg sitzt. Außerdem berichtet die gebürtige Münchnerin auf ihrer Homepage über „meine Heimat Oberbayern“. Und zwar unter dem Foto eines heimeligen Dorfs vor einer imposanten Bergkulisse. Die Berge allerdings sind die Geislerspitzen in den Dolomiten und das Dorf ist St. Magdalena im Villnößtal in Südtirol.
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Aber Niebler kennt sich schon auch in Oberbayern aus. Oberbayern nämlich ist ausweislich des Textes auf Nieblers Homepage „bekannt für seine Maibäume und Maßkrüge, für Dirndl und Lederhosen, für König Ludwig II., für seine Biergärten, Berge, Seen und den blauen Himmel. Für Tradition. Aber auch für Fortschritt, Innovation und High Tech“.
Unter anderem mit solchen Angaben würde sich Niebler sicherlich für das Amt einer stellvertretenden Vorsitzenden der Christlich-Sozialen Union in Bayern e. V. qualifizieren, aber das ist sie ja schon längst. Und diese CSU fährt gerade eine Kampagne mit dem Titel „Daheim in Bayern“ und hat dazu in ihrem Fanshop passende Aufkleber in Angebot, kostenlos gegen 6,95 Euro Versandkosten. An eine Adresse in Deutschland jedenfalls, nach Brüssel oder Straßburg kostet der Versand 23,99 Euro.
Das wird bestimmt irgendwer bezahlen wollen, und im Fall von Niebler wäre das sicherlich nicht die EU. Denn dann würde womöglich wieder die Europäische Staatsanwaltschaft wegen eines möglichen Missbrauchs von EU-Geldern gegen Niebler ermitteln wollen. Und das darf sie ja gerade gar nicht, weil das Parlament Nieblers Immunität nicht aufgehoben hat. Also bleibt der bloße Verdacht ein bloßer Verdacht, der zumindest von der Europäischen Staatsanwaltschaft momentan nicht entkräftet werden kann.
Aber in Nieblers politischer Heimat CSU hört man zu all dem sowieso nicht allzu viel. In den Dolomiten wahrscheinlich auch nicht. Und jene Person, die das Villnößtal als oberbayerische Heimat auf ihre Homepage gebastelt hat, wird Niebler schon selbst bezahlen.
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